Die Bauernhöfe im Amte Vechta

Von Prof. Clemens Pagenstert

Nachstehend ist das Vorwort abgedruckt das dem Buch vorangestellt ist. Das Vorwort gibt schon Wissenswertes von den Eigentumsverhältnissen vor hundert Jahren, von Maß- und Flächeneinheiten u.v.m. wieder.

Heimatverein "Herrlichkeit"

Vorwort zur 3. Auflage von Bernhard Heimann


erstellt: 01.04.1999,  geändert: 02.05.1999 E-mail Bernd Blömer

Dank an John Ostendorf für die Hilfe bei der Übersetzung (Thanks to John Ostendorf for the help with this translation)!

English see below!

Mit großer Freude konnten wir feststellen, daß unser Versuch, das Buch von Clemens Pagenstert: Die Bauernhöfe im Amte Vechta, in dritter Auflage herauszubringen, auf solch positives Echo in unserer Heimat stößt. Der ersten Auflage aus dem Jahre 1908 folgte 1976 die zweite. Von beiden Ausgaben sind nur noch Restbestände vorhanden, die von ihren Besitzern wie kleine Schätze ge-hütet werden. Der Ruf oder die Bitte an den Heimatverein "Herrlichkeit" Dinklage, Professor Dr. Pagensterts Bestseller in einer Neuauflage herauszubringen, wurde von Jahr zu Jahr lauter. Trotz drucktechnischer Schwierigkeiten in der Planungsphase war bald erkennbar, daß die heutige Re-produktionstechnik eine Neuauflage möglich machen würde. Junge qualifizierte Fachleute machten uns Mut, eine Neuauflage trotz erheblicher Kosten zu wagen. Nach Veröffentlichung in unserer Tageszeitung und im vereinseigenen "Utkiek" war die nötige Mindestbestellung bald zusammen, obwohl im wesentlichen nur Interessenten im Kreis Vechta angesprochen wurden. Überrascht haben uns Anfragen von Auswanderern aus den USA. Von dort erreichten uns über das weltumspannende Internet mehrere Bestellungen. Über die Global Priority Mail, einem United States Portal Service, liegt uns mit beigelegtem Scheck eine Bestellung vor. Nach unseren Recherchen stellten wir fest, daß Nachkommen von Auswanderern aus Steinfeld - vor zweihundert Jahren in die Neue Welt ausgewandert - Interesse an einer Neuauflage bekundeten. Schon in der Vergangenheit ist dieses Buch nicht selten als begehrtes Mitbringsel von Besuchern aus dem Kreis Vechta mit über den gro-ßen Teich genommen worden. Dem häufig geäußerten Wunsch, die vielen Kürzel und Abkürzungen in der Originalausgabe in einer Legende zu klären, kommen wir nachstehend gerne nach, so gut uns das möglich ist. Für die Hilfe bei diesen Erläuterungen bedanken wir uns bei dem Vechtaer Heimatforscher, Franz Hellbernd, sehr herzlich. Da uns am Ende des 20. Jahrhunderts viele Be-griffe wie Leibeigenschaft und Hofhörigkeit, die Relation zu Maßen und Gewichten sowie zum Münzwesen fremd und unverständlich geworden sind, seien der dritten Auflage einige Erklärungen beigefügt. Schon Josef Hürkamp stellte in der zweiten Auflage von 1976 einige Erläuterungen über die Besitzverhältnisse voran. Er schrieb: Bis 1800 war der Bauernstand in drei Kategorien gegliedert, nämlich in: Freie Eigentümer, Hofhörige (freie Meier) und Leibeigene (unfreie Meier). Schon die Germanen sollen diesen Terminus gekannt haben.

Die Freien waren Eigentümer ihrer Höfe, also nicht dem Gutsherrn verpflichtet. Lediglich die staatlichen Reallasten hatten sie zu tragen, und sie unterlagen dem Heerbann. Seit dem frühen Mittelalter ist der Heerbann die Bezeichnung für das vom König erlassene militärische Aufgebot zur Heerfahrt. Im Falle der Nichtbeachtung mußte zur Strafe eine Heersteuer gezahlt werden.

Die Hofhörigen waren persönlich frei. Standen aber in einem Kolonatsverhältnis zum Landesherren oder zum Bischof, zum Kloster, zur Kirche oder zum Adel. Eine Zins- und Dienstpflicht schränkte ihre Freiheit etwas ein. Zum Heeresdienst waren sie aber nicht verpflichtet.

Die Leibeigenen waren in ihrer Freiheit erheblich eingeschränkt. Wirtschaftlich bestand zwischen Hofhörigen und Leibeigenen kaum ein Unterschied. Sie besaßen Grund sowie Haus und Hof mit Markenanspruch als Lehen. Durch Jahrhunderte waren die Hofhörigen sowie die Leibeigenen das Rückgrat und die Substanz des Bauernstandes schlechthin. Ihre Höfe waren in der Regel von ei-nem Hofwald umgeben. Meistens handelte es sich um einen Eichenwald. Im nahegelegenen Hof-garten wurde Gemüse und Flachs angebaut. Innerhalb einer Bauernschaft war zumeist ein höher-gelegener Esch als Gemeinschaftsland zum Anbau von Getreide vorhanden. Die Marken konnten von allen Markmitgliedern genutzt werden, sie hatten allerdings immer nur ein Nutzungsrecht. Die Landgröße errechnete man nach der Einsaatmenge, der Getreideart und der Bodenbeschaffenheit.

z. B.:

Eschland berechnete man nach Scheffel oder Malter Roggen- Einsaat, niedriger Boden wurde nach Hafer - Einsaat, Gartenland nach Scheffel Flachs-Einsaat, Weiden und Wiesen nach der Anzahl der Fuder Heu, Holzbestand nach der Anzahl der Schweine, die dorthin zur Eichelmast getrieben werden konnten, berechnet.

In dem von Möller / Hellbernd herausgegebenen Oldenburger heimatkundlichen Nachschlagebuch, das für eine Neuauflage vorbereitet wird, sind viele interessante Begriffe und Regelungen der damaligen Zeit erläutert. Mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber seien hier nur einige nachstehend aufgeführt.

Hofhörige und Leibeigene

Hofhörige und Leibeigene Hofhörige und Leibeigene standen im Kolonatsverhältnis einer Grundherrschaft. Dieses Verhältnis war keine feststehende Größe, sondern zeigte sich in mannigfachen Formen und Wandlungen. Während der Hofhörige persönlich frei war, hatte der Leibeigene nicht die Freiheit des Leibes, oder wie man zu sagen pflegte, die Halsfreiheit. Er war mit seinen Nachkommen einem fremden Herrn eigen, im 16. und 17. Jahrhundert auch horhaftig, eigenhörig, egen und lifegen genannt. Im 13. Jahrhundert bildeten sich nach den Freien, Hofhörigen und Leibeigenen die Erb- bzw. Pferdekötter. Innerhalb ihrer Siedlungsgemeinschaft erhielten sie eine kleine Hofstelle und geringe Flächen Ackerland. Bei Markenteilungen in späteren Jahren waren diese kleineren Bauern aber zumeist vollberechtigt. Im 15. bzw. 16. Jahrhundert taucht eine weitere Erwerbsgruppe auf, es sind die Mark - bzw. Brinkkötter. Durch die Gemeinschaften erhielten sie einen Markenzuschlag bei Teilungen, sie waren aber stets auf gewerbliche Nebenverdienste angewiesen. Ihre Höfe lagen außerhalb der Siedlung in der Mark und waren gutsherrenfrei. In späteren Jahren kamen die Brinksitzer hinzu, abhängig von einigen Freien oder Hofhörigen. Als letzte Gruppe in dieser Entwicklungsgeschichte finden wir die Heuerleute. Sie hatten keinen eigenen Grundbesitz, und bei Markenteilungen kamen sie darum auch nicht zum Zuge. Bis in die Mitte unseres Jahrhunderts haben sich in den Eigentumsverhältnissen nur die Freien, die Kötter und die Heuerleute halten können.

Die Bindungen der Hofhörigen

Gewinnpflicht: Nach dem Tode des Hofinhabers mußte der Nachfolger das Erbe "gewinnen" (in Südoldenburg Gewinnpflicht, in Nordoldenburg Weinkauf genannt). Um 1800 betrug der Gewinn meistens drei Prozent des geschätzten Wertes an Vieh, Feldfrüchten, Acker und Hausgerät.

Heirats - und Auffahrtsgeld: Der Erbe hatte die Heiratserlaubnis einzuholen und für den aufgeholten Eheteil das Auffahrtsgeld zu entrichten, mindestens ein Drittel der Gewinnsumme.

Präsentationen: Das waren die Abgaben, die gleichsam als jährliche Pacht zu leisten waren. Hierbei handelte es sich um Naturalien (Roggen, Hafer, Gerste, Vieh, Fleisch, Honig, Eier, Flachs, Häute usw.), Geld und Spanndienste.

Mitbenutzung des Holzes: Bauholz wurde vom Gutsherren angewiesen. Für geschlagenes Holz mußten Neuanpflanzungen erfolgen.

Abmeierungsrecht: Kam der Bauer längere Zeit mit seinen Abgaben in Rückstand oder wurde er aufsässig, so konnte er vom Erbe entfernt (abgemeiert) werden, allerdings nicht ohne Gerichtsbeschluß.

Gebundenheit der Scholle: Der Gutsherr konnte jederzeit die hörige Stelle verkaufen, vertauschen oder als Mitgift seinen Kindern geben. Der Bauer hatte dagegen kein Einspruchsrecht und war dem neuen Herrn ebenso verpflichtet wie dem bisherigen.

Heimfall: In der Regel wurde das Erbe auf Lebenszeit vergeben. Nach dem Tod oder einem Verzicht fiel der Hof an den Gutsherrn zurück. Für den Erben begann mit der Übernahme des Hofes die Abgabenreihe von vorne.

Die Bindungen der Leibeigenen: Zu den Bindungen aus dem Kolonatsverhältnis kamen die Bindungen der persönlichen Unfreiheit.

Einfluß auf den Beruf: Der Gutsherr hatte Einfluß auf die Berufswahl. Leibeigene Kinder, die nicht in der Landwirtschaft bleiben wollten, mußten bei der Wahl eines Berufes (außer dem geistlichen) die Erlaubnis des Gutsherrn einholen.

Gesindezwangdienst: Alle Kinder eines Leibeigenen waren dem Herrn zu halbjährigem Dienst ohne Entgelt verpflichtet. An einigen Orten wurde dieser Dienst nach sieben Jahren erneut gefordert. Für nicht geleisteten Dienst konnte der Herr wie bei Hand - und Spanndiensten eine Entschädigung verlangen.

Heiratserlaubnis und Freikauf: Leibeigene mußten zur Heirat eine Erlaubnis haben. Schieden sie dabei aus der Leibeigenschaft aus, dann mußten sie sich freikaufen oder einen Ersatzmann stellen. Die Freikaufssumme richtete sich nach der Größe des Kolonats und der Kinderzahl. Vollerben zahlten für ihre Söhne 20-50 Taler, für Töchter 15-25 Taler, Kinder zahlten die Hälfte.

Strafrecht: Der Gutsherr hatte das Recht zur körperlichen Züchtigung. Er konnte den Aufsässigen auf Tage bei Wasser und Brot in das Turmverließ sperren - wo es fehlte, griff man zur Hundehütte. Bei größeren Vergehen rief man das ordentliche Gericht an.

Sterbegeld: Auf Grund des römischen Rechtes: "Was der Knecht erwirbt, erwirbt er für seinen Herrn" fiel beim Tode des Hofinhabers das erworbene Vemögen an den Gutsherrn zurück. Dieser überließ es in der Regel dem Nachfolger gegen Zahlung des Sterbegeldes. Zum Nachlaß gehörten Vieh, Frucht, Haus- und Wirtschaftsgeräte, die Kleidung und das Sterbebett des Verstorbenen.

Anzahl der Betriebe und deren Struktur im Kreise Vechta

In der Festschrift: 50 Jahre Kreislandvolkverband Vechta e.V. wird die Zahl der Betriebe in ha LN wie folgt angegeben:

Die durchschnittliche Größe der Betriebe beträgt:

Da von Clemens Pagenstert nur die Freien, Hofhörigen und Leibeigenen beschrieben wurden und nicht auch die Kötter, Brinksitzer und Heuerleute kommt er natürlich nur auf eine Zahl von 1.358 Betrieben.

Ein Vergleich mit den heute noch existierenden Betrieben wäre sicher sehr aufschlußreich hinsichtlich der Entwicklung der Landwirtschaft im Kreise Vechta gewesen.

Häufig taucht bei Pagenstert folgendes heute meistens unbekannte Zeichen auf . Dabei handelt es sich um die Währungseinheit Taler oder bei folgendem Zeichen um den späteren Pfennig.

Bei Vhst handelt es sich um den Viehbestand. Daraus ist logisch zu folgern, daß

Umrechnung der früheren Oldenburgischen Maße und Gewichte

Der Norddeutsche Bund hat am 17. August 1868 eine Maß- und Gewichtsordnung erlassen, in der die Verhältniszahlen für die Umrechnung von Maßen und Gewichten festgelegt wurden. Das Großherzogtum Oldenburg hat ihre bis dahin gültigen Maße und Gewichte dieser Verordnung angepaßt und in einer Ministerialbekanntmachung vom 2. Juli 1869 veröffentlicht. Im Folgenden sind die Verhältniszahlen aufgeführt, wie sie fortan für die Umrechnung von Maßen und Gewichten im Lande Oldenburg Verwendung finden sollten:

Längenmaße

Es gab, jeweils unterschiedlich, preußische, rheinl., englische, hannoversche, bremische und hamburgische Fußmaße.

Ellenmaße

Wegemaße

Flächenmaße

Das Jück

Allgemein Katasterjück von 600 Quadratruten von 100 Quadratfuß = 56,03 Ar.

Das Matt

Matt von 155 Quadratruten von 324 oldenburgischen Quadratfuß = 43, 96 Ar.

Der Scheffelsaat

Flüssigkeitsmaße für Wein und Branntwein in Oldenburg:

Gewichte

In Oldenburg wurde als Landesgewicht eingeführt:

Die Bedeutung der Landwirtschaft im Landkreis Vechta im zu Ende gehenden 20. Jahrhundert

Zu keiner Zeit hat die Landwirtschaft im Kreis Vechta einen so hohen Leistungsstand erreicht wie in unserer Zeit. Fast alle Hof- und Stallgebäude in den Gemeinden des Landkreises sind renoviert bzw. neu gebaut worden. Jeder Besucher kann sich leicht von den schmucken Häusern in den Dörfern bei einem Besuch ein Bild machen. Die Motorisierung und die Mechanisierung ist nicht mehr zu verbessern, auf nicht wenigen Höfen sind gleich mehrere Ackerschlepper im Einsatz. Die Ernteerträge im Getreidebau, vor allem beim Mais steigen noch von Jahr zu Jahr. Die Viehbestände bei Rindvieh, Milchkühen, Schweinen und Hühnern waren nie höher als in den letzten Jahren. Die Bedeutung der Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktor ist von eminenter Bedeutung, ist sie doch we-sentlich in den Wirtschaftskreislauf des Kreises eingebunden. Ein Drittel unserer Bevölkerung ist di-rekt oder indirekt von der Landwirtschaft abhängig. So gesehen könnten alle Beteiligten, die primär oder sekundär mit Landwirtschaft zu tun haben, zufrieden sein. Wenn ja, wenn nicht von Brüssel mit der Agenda 2000 für das Jahr 2000 neues Unheil drohen würde. Einen abrupten Übergang zu Weltmarktpreisen darf es nicht geben! Vertrauen wir darauf, daß alle verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sich auch in Zukunft dem Erbe der Väter verpflichtet fühlen.

Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben.

Der Heimatverein "Herrlichkeit" Dinklage ist froh, daß er durch die Neuauflage dieses Buches beitragen kann, die Erinnerung an tüchtige, fleißige und sparsame Menschen, an das Wachsen und Werden der Landwirtschaft in unserer Heimat wachzuhalten. Möge das Buch auch bei der jungen Generation wohlwollend Akzeptanz finden.

Allen Beteiligten, besonders der Familie Pagenstert und Herrn Hellbernd, Vechta, die am Zustandekommen dieser dritten Auflage beteiligt waren, sagen wir ein herzliches Dankeschön.

Dinklage, 28. Februar 1998

Heimatverein "Herrlichkeit"

Dinklage e.V.

Bernhard Heimann

(Vorsitzender)

English

It was with great pleasure we found out that our attempt to publish a third edition of the book "Farms in the District Vechta," by Clemens Pagenstert, was so well received in our home area. The first edition of 1908 was followed by the second in 1976. Only remnants exist of these two editions, protected by their owners as little treasures. The call for, or request that the Heimatverein "Herrlichkeit" of Dinklage, republish the bestseller of Professor Pagenstert, became louder as the years went by. In spite of the technical printing-related difficulties encountered during the planning stage, it was soon found, that new reproduction techniques would make a new edition possible. Young and qualified experts encouraged us to attempt the reedition in spite of the considerable costs. After publication in the local paper and in the society-owned "Utkiek" the required minimum number of orders was soon reached even though the book essentially addresses only interested parties in the district of Vechta. We were surprised to receive enqueries from emigrants from the USA. From there orders have come in to us by way of the world wide web. An order, accompanied by a check, has arrived by way of Global Priority Mail of the United States Postal Service. According to our calculations, we now know that emigrants from Steinfeld (who departed for the New World two hundred years ago) have expressed interest in a new edition. Even in the past this book was often a valued souvenir to take from Kreis Vechta across the big pond. There have been numerous requests that we include an index to define the many abbreviations, and we will gladly do that as well as we can. We are very grateful to the Vechta local historian, Franz Hellbernd, for his help with these clarifications. Because many of the expressions like serfdom and manorial obligations, weights and measures and coins are often unfamiliar to us at the end of the 20th century, more explanations are included in the third edition. Already in the second edition of 1976, Joseph Hürkamp put in some commentaries on property-holding conditions. He wrote, "Until 1800, the peasants could be divided into three categories, namely free proprietors, the estate-bonded (hofhörige--free leaseholders), and serfs (leibeigene--unfree leaseholders). These terms are supposed to have been in use since the time of the ancient Teutons.

Die Freien (The free) were proprietors of their farms, therefore with no duties to an estate's master. They only had to bear the burdens imposed by the state, and they were subject to the army levy. Since the early  middle Ages, the army levy (Heerbann) was the term for the public notice of the king's imposition of military service. When it was disregarded, as punishment a military tax had to be paid.

Die Hofhöringen (those attached to the estate) were free personally. However, they stood in fee-farm relationship with the landowners or to the bishop, to the cloister, to the church, or to the aristocracy. An obligation to pay tribute and service diminished their freedom somewhat. However, they were not obligated to military service.

Die Leibeigenen (The serfs) were considerably limited in their freedom. There was scarcely a difference between those attached to the estates and the serfs. They occupied ground as well as house and hearth with claim to the "Mark (common land)" as tenure. Over the centuries, those attached to the estate and the serfs purely and simply became the backbone and substance of farming.

Their farmsteads were, as a rule, surrounded by estate forests. Most of the time they were oak forests. Vegetables and flax were grown in nearby farmstead gardens. Inside a "Bauerschaft" usually there was a higher lying common  land used for the growing of grain. The "Marken" could be used by all members of the common (Markenmitgliedern); they all however had only right to use them. The plot size was distinguished by the amount of seed input (Einsaat), the cereal and the type of soil.

E.g.: Arable land (Eschland) is calculated by bushels (Scheffel) or Malter (an old unit for measure of capacity of grain = 12 bushel) of rye seeds, low land by oat seed, garden land by bushels flax seed, pastures and meadows by the number of cart loads of hay (Fuder Heu), woodlands by the number of pigs which were taken there for the acorn mast.

In the book on rural words and phrases by Moeller and Hellbernd, which is being prepared for a new edition, many useful terms and regulations from past times are explained. With the editors' permission, some of these are listed below.

Hofhörige and Leibeigene

Those attached to the estate (Hofhörige) and people in bondage (Leibeigene) were an integral part of the farm relationship (Kolonatsverhältnis) of a manorial system. This relationship was not set but showed various forms and changes. The people belonging to the mansion were free in body, which did not apply to the people in bondage (Halsfreiheit). These, including their off-spring, were the property of their master, in the 16th and 17th century "horhaftig", "egenhörig", "egen" und "lifegen" named.

Apart from free people, people belonging to a mansion and people in bondage there were also people living in their own cottages on a mansion estate in the 13th century (Erb- and Pferdekötter).

They owned little pieces of arable land within their common area of settlement. Although small, these farmers were all equals when it came to dividing the common land (Markenteilung).

In the 15th and 16th century a new "kind" of people, those who lived on grassy and hilly patches of land (Mark- and Brinkkötter), appeared.

They also received little plots of land when the common land was divided up (Markenteilung), but they also needed other forms of income to survive. Their farms lay outside the borders of the mansion estate in the common land (Mark) and were therefore not bound to any lord of the manor. In later years the Brinksitzer added, dependent on a few free or those attached to the estate.

The last stage in this development were the Heuerleute. They did not have their own plot of land and were therefore not considered when it came to dividing up the common land (Markenteilung).

Up to the middle of our century the free people (Freie), people living in cottages (Kötter) and Heuerleute can be found.

Die Bindungen der Hofhörigen (The Bindings of those attached to the estate)

Gewinnpflicht (Gain Profit): After the death of an farmer, his heirs "gained" their inheritance (in (South)Südoldenburg called "Gewinnpflicht" (gain service), in Northoldenburg (Nordoldenburg) "Weinkauf"). In 1800 the gain amounted mostly to three percent of the estimated value in animals, crops, fields and household items.

Heirats- und Auffahrtsgeld (Marriage and Interest tax): the heirs had to get permission to marry and had to pay the interest tax for the portion granted the marriage, at least 3 percent of the total gain.

Präsentationen (Presentations): Those were the taxes, which were paid the same as annual taxes. These payments were made with organids (rye, oats, barley, animals, meat, honey, eggs, flax, skins, etc.), money and services.

Mitbenutzung des Holzes (Use of wood): Wood was taken for construction at the direction of the estate owner. Woods that were cut had to be replanted.

Abmeierungsrecht (Withdrawal Right): If the farmer were in arrears with his payments for a long time or if he were recalcitrant, he could be withdrawn from the inheritance, but not without a court decision.

Gebundenheit der Scholle (Binding of the Land): The lord of the estate could, at any time, sell or exchange the serf's farm or give it to his children as a dowry. The farmer had no right of contest against that and was bound to the new lord the same as the previous lord.

Heimfall (Default Ownership): As a rule, the inheritance was awarded for life. After death or renunciation, the farm returned to the ownership of the lord of the estate.

Die Bindungen der Leibeigenen (Bindings of the serfs):

The bindings of personal servitude progressed to the bindings of a farmer to land.

Einfluß auf den Beruf (Influence on profession): The lord had an influence on the choice of profession. Children in thrall, who did not wish to remain in agriculture, had to receive the permission of the lord to choose another professions (with the exception of the Church).

Gesindezwangdienst (Mandatory domestic labor): All children of a thrall were required to perform six months of service to the lord without remuneration. In some areas this service was required again after 7 years. The lord could demand payment for damages for services not performed, the same as for manual labor and team statute labor.

Heiratserlaubnis und Freikauf (Permission to marry and buying one's freedom): Thralls needed permission to marry. If the marriage resulted in leaving bondage, they had to buy their freedom or provide a replacement thrall. The price of manumission was dependent on the size of the Kolonat (=farm) (the land worked by the thrall) and the number of children. Vollerben (Ganzerben) paid 20 - 50 Talers for sons, 15 - 25 Talers for daughters, children (minors) paid half that.

Strafrecht (Right to inflict punishment): The lord had the right to inflict corporal punishment. He could sentence rebellious thralls to days of confinement in the dungeon with just bread and water - if there was no dungeon (keep), they were locked in the dog kennel. For greater crimes the normal courts were called upon.

Sterbegeld (Death money): Following the Roman law "That which the knight earns, he earns for his lord", after the death of the inhabitant of the property, the earned fortune reverted back to the Lord of the Manor. As a rule, it was transferred to the successor, upon payment of the "death premium". To the inheritance would belong cattle, fruit, house- and hotel fixtures, clothing and the deceased's deathbed.

Number of the businesses and their structure in the district Vechta

In the commemorative volume: 50 years of Kreislandvolkverband Vechta e.V. the number of the businesses is declared in ha (=hectare=10000 sqauare metres) as follows:

The average size of the businesses were:

Clemens Pagensturt only described the freemen, cottagers and serfs and NOT the small farmers living on the outskirts of the villages, hence his arrival at the figure of a mere 1358 concerns. A comparison with the concerns still existing today would be very enlightening with regard to the development of Agriculture within the district of Vechta.

Often the following symbol appears in Pagenstert . It represents the unit of currency Taler, or Pfennig as in the following symbol . Vhst means qty of livestock. From that the logical meanings for the contractions are:

Conversion of the former Oldenburg Weights and Measures

The North-German Union issued a Weights and Measures regulation on August 17, 1868 in which the conversion factors for the conversion of weights and measures were specified. The Grand Duchy of Oldenburg had modified its weights and measures that were valid till that point and had published them in a Ministerial Notice of July 2, 1869. In the following the conversion factors are listed as they were henceforth to be used in the State of Oldenburg.

Linear measure

Prussian, Rheinlaendish, English, Hannoverish, Bremerish and Hamburgerish foot-lengths were each different from each other.

Ell measure

Road measure

Square measure

The Jueck

General Katasterjück of 600 Quadratruten of 100 square feet = 56,03 are.

The Matt

Matt of 155 Quadratruten of 324 oldenburg square feet = 43,96 are.

The Scheffelsaat

Liquid measure

for wine and brandy in Oldenburg:

The Biertonne includes: in Vechta and Cloppenburg 108 Kannen of 75,08 Paris cubic inch (Kubikzoll) = 160,844 liter.

Weights

In Oldenburg the country weight was introduced:

The Importance of Agriculture in the Rural District Vechta at the End Of the 20th Century

At no time in the past has the agricultural output of the Kreis Vechta reached such a high level of as it has during the present time. Almost all farm houses and barns in the community of the rural district have been renovated or rebuilt. Visitors can see for themselves that the attractive houses in the village make a pleasant picture. The motorization and the mechanization cannot be more improved, as many farms have more than one farming tractor in use. The harvest yield in the production of grain, particularly corn, continues to increase from year to year. The inventory of livestock, cattle, milk-cows, hogs and chickens has never been greater than in the recent years.

Economically, agriculture is immensely important because of its relationship to the economic condition of the district.

A third of our population is directly or indirectly dependent upon agriculture.

So all of the participants that are either primarily or secondarily involved with agriculture, could be happy if indeed no mischief comes in the year 2000 with the Agenda 2000 from Brussels. We must trust that our politicians will act responsibly to protect the economic heritage of our fathers.

Our agriculture - we need it to sustain life

The Heimatverein "Herrlichkeit" Dinklage is glad that it can, by reprinting this book, contribute to the memory of the proficient, hard-working and thrifty people, who established and developed the agriculture of our community. We hope that the book also finds favorable acceptance with the young generation.

We thank all of the participants who were involved in the production of this third edition, particularly the family Pagenstert and Mr. Hellbernd, of Vechta.

Dinklage, 28. February 1998

Heimatverein "Herrlichkeit"

Dinklage e.V.

Bernhard Heimann

(Chairman)

© 2005